Predigten

Hier finden Sie die Texte einiger Predigten des Vizerektors der Malteserkirche.


02.02.2017  |  C. Martin

Sie sind kleine Leute. Und ich bin ein Landpfarrer mit einer kleinen Kirche in Wien, die keiner kennt. Es ist uns doch klar, dass wir die Großen nicht beeindrucken. Keiner hat Angst vor uns, keiner schmückt sich mit uns. Wir sind einfach ein kleines Dorf im Weinviertel mit seinem Pfarrer und einer alten Burg, in der es nichts zu sehen gibt.


02.02.2017  |  C. Martin

Was habe ich mit Ihnen zu schaffen? Pardon, aber streng genommen nichts. Unsere Wege kreuzen sich, wir wechseln Worte, wir sind zur gleichen Zeit am gleichen Ort… Mehr nicht, oder? Man kann das so sehen, und in Zeiten von Wut und Kälte sehen das tatsächlich viele so: Keiner hat etwas mit keinem zu schaffen; letztlich steht jeder für sich. Allein. Es gibt gar keine echte Gemeinschaft.


02.02.2017  |  C. Martin

Das Jahr fließt. Irgendwann sind wir wieder bei dem Tag, an dem alle sagen: „Wie die Zeit vergeht!“ Das Jahr fließt, – oder es wird gestaltet. Wer gestalten will, muss sich klar werden über die Grundlagen und über die Ziele, über die Möglichkeiten und die Bedingungen. Wer gestalten will, im Kleinen oder im Großen, muss wach sein.


16.01.2017  |  C. Martin

Und? Wie war das Jahr jetzt? Toll, „geht so“ oder ganz schlimm? Ich kenne viele, deren 2016 richtig übel war. Aber trifft mein Eindruck die Wirklichkeit? Was, wenn ich andere Menschen getroffen hätte? Haben Jahre einen Charakter? War 2016 wirklich besonders schwierig, – oder habe ich frühere Jahre nur vergessen? Vielleicht würde es helfen, in den Geschichtsbüchern zu lesen und sich vorzustellen, wie das damals war. Sich etwas vorstellen meint, von sich selbst wegtreten und sich in andere hinein versetzen: der erste Schritt zu Mitgefühl und Nähe. Und diese sind doch wichtiger als die Beurteilung eines Jahres! Was soll aus dem Land werden, in dem das Mitgefühl schwindet?


16.01.2017  |  C. Martin

Glaube ist unnötig. Man kann Weihnachten auch so feiern. Es genügt, Familie und Freunde einzuladen, sich zu beschenken, gut zu essen, zusammen fröhlich zu sein. Das ergibt schon ein ganz schönes Weihnachtsfest. Dazu braucht es keine Kirche. Es geht auch ohne Glauben.


16.01.2017  |  C. Martin

„Er hat bei uns gewohnt.“ Wer? Jesus aus Nazareth. Der Sohn Gottes. „Das Wort“ hat unter uns gewohnt. Da war einer, – und wir haben es gar nicht gemerkt. Wir haben ihn gar nicht gesehen. Wir haben ihn nicht erkannt. Die ganze Zeit nicht.


16.01.2017  |  C. Martin

„Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.“ Das sind Tatsachen. Sie lassen sich nachprüfen. Tatsachen stehen fest. Für immer.


16.01.2017  |  C. Martin

Der Apostel Paulus schreibt: „An alle in Mailberg, die von Gott geliebt sind.“


16.01.2017  |  C. Martin

Lieber Wein als Glühwein, oder? Irgendwie mag ich Weihnachtsmärkte nicht. Ein Weihnachtsmarkt glänzt genau 20 Minuten lang. Dann erst wieder nach drei Gläsern Glühwein. Es kann gemütlich dort sein, eine Riesenstimmung – aber echte Freude? Die Freuden meiner Kindheit waren echt und ganz anders. Auch echten Glanz finde ich woanders als in der Wiener Innenstadt. Echte Freude, wirklich Glanz schenkt uns die organisierte Weihnachtsstimmung nicht. Wer auch nur ein wenig Gespür für die eigene Seele behalten hat, weiß: Dort ist, trotz der vielen Lichter, trotz all der hübschen Dinge „Wüste und Öde“. All das macht unser Inneres öde. Doch „Wüste und Öde sollen sich freuen!“, sagt der Prophet Isaias. Es wird besser werden!


16.01.2017  |  C. Martin

„Maria durch ein Dornwald ging…“ – Nachdem der Engel ihr den großen Plan, den Weltplan Gottes verkündet hatte, ihr, dem jüdischen Mädchen, nachdem sie ja gesagt hatte und der Heilige Geist das Kind in ihr erschaffen hatte, nach alledem macht sich Maria jetzt auf den Weg. Sie hat eingewilligt – „Dein Wille geschehe!“ – und bricht jetzt auf. Nicht nur ins „Bergland von Judäa“, sondern immer weiter hinein in ihr Leben mit Gott.


11.01.2017  |  C. Martin

Was hören Sie? – „Tröstet, tröstet mein Volk.“ Ist es das? Oder hören Sie „verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht“? In welchem Frondienst stehen Sie? Oder hören Sie „alles Sterbliche ist wie Gras“? Ich bin sterblich. „Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam.“ Hören Sie vielleicht das? Haben Sie Sehnsucht nach einem, der Sie behutsam durchs Leben trägt? Es gibt so viel zu hören in diesen Worten des Propheten; wie sollen wir da zu einander kommen? Welches Wort trifft Sie und welches trifft mich?


11.01.2017  |  C. Martin

„Am Ende der Tage“, hieß es letzten Sonntag. Heute heißt es: „an jenem Tag.“ Und gleich noch einmal: „an jenem Tag.“ Die Zukunft also. Aber was löst das aus? Was ist das? Vertröstung? Oder Hoffnung? Ganz sicher sind es Prophezeiungen. Isaias und Johannes, in der Lesung und im Evangelium, sind Propheten. Sie verkünden, was kommen wird, in Visionen, in Träumen… Und wir hier stecken mitten im echten Leben.


11.01.2017  |  C. Martin

Nicht alles, nicht für alle, nicht zu allen Zeiten. Oder, in eine Frage gewendet: Haben Sie die Kraft, etwas Besonderes zu sein? Können Sie damit leben, Gott nur auf einem einzigen Weg zu finden? Und können Sie sich beschenken lassen, mit etwas sehr, sehr Wertvollem?


11.01.2017  |  C. Martin

Die Kirchengeschichte ist eine Last. Aber nicht, wie Sie denken. Natürlich gibt es in der Geschichte der Kirche Schandtaten und Verbrechen, Versäumnisse und Dummheiten – wie es auch Glanz gibt und sehr viel Liebe. Aber es ist nicht das Dunkle an der Kirche, das mich belastet.


Im Archiv finden Sie alle hier veröffentlichten Predigten.


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