Inkorporierte Pfarrkirche Mailberg in Niederösterreich

Pfarrkirche Mailberg

Die in den Gebäudekomplex des Schlosses integrierte Pfarrkirche zum Hl. Johannes d. Täufer reicht in Teilen der Bausubstanz bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück und erhielt ihr heutiges Erscheinungsbild aber durch mehrere Um- und Ausbauten, die von der Gotik über die Renaissance und den Barock bis zu kleineren Veränderungen des 19. und 20. Jahrhundert reichen. Die Kirche, die einen außen gerade schließenden Chor aufweist, tritt an der Ostseite über rechteckigem Grundriss weit vor. Den Ostabschluss des großen Innenhofes des Schlosses bildet die Giebelfassade der Schloss- bzw. Pfarrkirche von 1608 mit Veränderungen von 1751. An der Fassade ist ein gotisches Wappenrelief (Malteserkreuz und Tettauer v. Tettau) angebracht.  Der mittelalterliche Baukern der Kirche zeigt romanisches Quadermauerwerk mit Ergänzungen aus gotischem Brauchsteinmauerwerk.

An der südlichen Außenwand sind Reste gotischer Arkaden und Ansätze von Rippen aus der Zeit um 1400 erkennbar, die vermutlich von einem ehemaligen Kreuzgang stammen. Die in der Gotik nördlich an die Kirche angebauten Kapellen wurden im Zuge der Barockisierung der Kirche in der Art eines Seitenschiffes zusammengefasst.

In die Zeit um 1751 fällt auch die Ausgestaltung des Kircheninneren als zentralisierender Saalraum mit Wandpfeilervorlagen mit Doppelpilastern. An das platzgewölbte Hauptjoch schließt jeweils ein kürzeres Joch mit Stichkappentonne an, wobei das Ostjoch als Chor eine Apsisausrundung zeigt. Im westlichen Vorjoch ist die Orgelempore angeordnet. Die neobarocken Deckenmalereien entstanden erst im späten 19. Jahrhundert, die Einrichtung gehört großteils dem 18. Jahrhundert an.

Das Hochaltarbild, das dem Hl. Johannes dem Täufer gewidmet ist, schuf Josef Biedermann 1752. Es zeigt den Hl. Johannes den Täufer, der die Ordensflotte, die zur Seeschlacht von Lepanto aus dem Hafen von Malta ausläuft, dem Schutz der Hl. Dreifaltigkeit empfiehlt. Hingewiesen sei auch auf den spätbarocken Baldachin-Seitenaltar, in dessen Schrein sich eine Figur des 'Prager Jesulein' befindet. Das als wundertätig verehrte Urbild ist eine Wachsfigur, die sich seit 1628 in der Kirche St. Maria de Victoria in Prag befindet.

Die Kirche wurde 2007 durch die Erzdiözese Wien, den Souveränen Malteser-Ritter-Orden, die Pfarre und Gemeinde Mailberg sowie mit Unterstützung des Bundes, des Landes Niederösterreich, des Bundesdenkmalamtes und privater Spender generalsaniert. 2008 erfolgte die Restaurierung der Silberbauer-Orgel von 1793. 

Die Kirche ist jeden Tag zugänglich. Sie wird bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen.

Gottesdienstzeiten und weiterführende Informationen und Bilder bietet die Webseite der Pfarre Mailberg http://www.pfarremailberg.at/


Suchen

Haben Sie die gewünschte Information auf unserer Webseite noch nicht gefunden, können Sie hier alle Inhalte komfortabel durchsuchen: